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Raus aus der Sucht!

In Berlin eröffnet Antisucht-Mädchenprojekt

Seit sieben Jahren arbeitet Katharina Sonn mit vielen anderen am neuen Projekt der „FrauSuchtZukunft“. Das neu eröffnete Projekt „catch up :)“ richtete sich speziell an suchtmittelabhängige Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren.

Warum nur für Mädchen?

Eine Frage stellt sich da doch schnell: Wieso ein Mädchenprojekt? Immerhin sagen viele Statistiken, dass Komasaufen eher ein männliches Phänomen sei. Aber vielleicht ist gerade das ein Problem.

Weibliche Identifikationsfiguren unterscheiden sich eben enorm von männlichen – logische Konsequenz: Eine andere Vorgehensweise ist gefragt, und genau das will catch up :) bewirken. Das Projekt will den Mädchen mit auf den Weg geben: Ich kann meine Zukunft selbst bewegen. Ich habe in der Hand, was ich tue.  Geschlechtsisolierte Arbeit heißt aber nicht, dass das Projekt nur für Lesben oder Menschen mit einer Abneigung gegen Männer gedacht ist, im Gegenteil, Zusammenarbeit ist wichtig.

Zielgruppe

Meist erreichen Mädchen das Projekt, die schon im betreuten Wohnen leben, und deren Betreuer sich Sorgen machen, also, wenn die Familie schon nicht mehr intakt ist. „Der Betreuer ersetzt dann schon die Mutter, deren Aufgabe das eigentlich wäre,“ so Katharina Sonn. Auf die Frage, wieso gerade ein Projekt für junge Mädchen, antwortete sie: „Bei FrauSuchtZukunft haben wir in den letzten Jahren eines festgestellt: Die Patienten werden immer jünger, bis zu 20, 19, 18 Jahren.“ Und ein speziell auf so junge Mädchen ausgerichtetes Projekt fehlte noch.

Finanzierung

catch up :) finanziert sich aus Unterstützung und Spenden, die Kosten für die jeweilige Beratung übernimmt das Jugendamt. Auch Schirmherrin Ulrike Folkerts hat zum Gelingen des Projektes beigetragen.

Und jetzt, wo es offiziell eröffnet ist, bleibt eigentlich nur noch, möglichst vielen Mädchen von diesem Projekt zu erzählen, damit vielleicht Mädchen, die allein nicht mehr weiter wissen, eine Anlaufstelle haben.

Von Berlin in die Welt

Zu finden ist catch up :) in Berlin, aber wenn dadurch vielen Mädchen geholfen werden kann, wer weiß, vielleicht schlägt es Wellen in andere deutsche Städte, denn die Notwendigkeit eines solchen Projekts darf und kann nicht unterschätzt werden, denn, ein bisschen Statistik zum Schluss: In einem Bericht der Süddeutschen (August 2008) heißt es, während es 2003 962 Jugendliche waren, die mit akutem Alkoholrausch in ein Krankenhaus kamen, waren es 2007 schon 1822 – 688 davon Mädchen.

Ein paar Daten am Rande...

Projekt: catch up :)
Ansprechpartnerin: Katharina Sonn
Initiiert von: StoffBruch / FrauSuchtZukunft
Schirmfrau: Ulrike Folkerts