Fortsetzungsgeschichte aus der Gorizi-Onlineredaktion
Dies ist der letzte Teil der Fortsetzungsgeschichte auf gorizi.de. Natürlich geht es um eine lesbische Romanze zwischen zwei Frauen, die sich zufällig kennenlernen - aber wir wollen nicht zu viel verraten. Lest selbst! Zur Kapitelübersicht!
Epilog.
Versöhnung
Manon, die noch am gleichen Abend den Kontakt zu ihrer Tochter abbrach, sagte später, dass dies der größte Fehler ihres Lebens war. All ihre Enttäuschung, die sie empfand, weil sie das perfekte Bild ihrer Tochter zerstört hatte, war nichts im Vergleich zur Trauer, die der Enttäuschung folgte.
Heute stand sie hier, vor Molines Haustür. Es war nicht so glamourös wie damals, und es war längst nicht so chic. Aber sie hatte das Gefühl, vor der Haustür einer guten Freundin zu stehen. Carina öffnete die Tür. Man sah ihr nicht an, dass sie älter geworden ist. Die einzige, die einen Beweis für die vergangenen vier Jahre erbrachte, war die kleine Mari, die nun schon die erste Klasse vollendet hatte.
Manon musste ein bisschen lächeln, als Mari, die sie nicht erkennt, voller Erstaunen ruft: „Madame! Du siehst ja aus wie meine Mama!“ Carina grüßt freundlich und bat sie herein.
Atmosphäre
Ein bisschen unwohl war ihr; sie hatte sich blenden lassen von Jean, und nicht gesehen, das ihre Tochter andere Wünsche und Vorstellungen hatte. Sie saß auf dem Sofa ihrer Tochter, einer roten Stoffcouch, die so gar nicht nach Jean aussah. Aber Manon erkannte immer mehr Moline in dieser Wohnung. Sie war klein, vollgestellt, aber gemütlich. Sehr gemütlich und einladend. Und Manon wünschte sich nichts sehnlicher, als diese Gemütlichkeit miterleben zu dürfen.
Sie war diejenige gewesen, die den Kontakt nicht wollte. Es war das einfachste gewesen. So musste sie nichts sehen, nichts hören. Es musste sie nicht interessieren, wie ihre Tochter zerrissen wurde von Jeans Zeitung. Aber so kalt, wie sie hätte sein müssen, war sie nicht. Moline war ihre Tochter. Und sie war fest entschlossen, dieses Verhältnis nicht zu zerstören. Sie wollte nur ein wenig teilhaben am Leben ihrer Enkelin. Am Leben ihrer Moline.
Umarmung
Moline gab Mari einen Kuss auf die Stirn. „Geh ein wenig spielen mit Carina. Mama kommt gleich nach.“ Sie drehte sich zu ihrer Mutter und schluckte. Es war sehr lange her, und der Raum schien plötzlich eiskalt zu sein. Sie ging einen Schritt auf das Sofa zu. „Mama...“ Sie streckte ihre Hand aus, und Manon ergriff sie. Die Stille schien beide zu überraschen. Sie hatten sich niemals viel erzählt, aber so still war es nie gewesen.
Manon wusste, dass sie es war, die ein Anliegen hatte. Sie wollte ihre Tochter zurück. „Ich kann die letzten vier Jahre nicht gut machen. Und ich kann dir nicht sagen, wie leid es mir tut. Aber ich... ich will dich zurück, Moline. Du bist meine Tochter, und du kannst lieben, wen du willst. Du wirst es immer bleiben.“ Sie blickte zu Boden und blinzelte eine vereinzelte Träne weg. Moline lächelte, kniete sich vor das Sofa und umarmte ihre Mutter. „Ich hab dich vermisst, Mama...“ Manon schluckte schwer und vergaß dabei, ihre Tränen zurückzuhalten. „Ich dich auch...“
Die Geschichte ist von unserer gorizi-Nutzerin Honigfee.
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