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Homoehe in den USA und Deutschland

Isabelle

Dabei seit 14.09.08

Isabelle's Avatar

02.03.09 | 17:27

Hi,

mich würde mal interessieren was ihr zu den mehr oder weniger aktuellen Geschehnissen in den USA denkt.
Also dass nur in zwei Staaten die Homoehe gleichgestellt ist und durch die Proposition 8 die Homoehe in vielen Staaten nachträglich verboten wurde oder gar noch nie erlaubt war.
Ausserdem habe die meisten Homosexuellen dort kein Adoptionsrecht.
Das betrifft uns ja schon auch weil erst in den neunziger Jahren Homosexualität gleichberechtigt wurde und Ende der Neunziger die Homoehe erlaubt wurde.
Nichts desto trotz haben wir weder steuerliche noch sozialversicherungsrechtliche Gleichberechtigung zu Heteroehen obwohl durch einige Urteile des europäischen Gerichtshofes zumindest bei den Versorgungsbezügen der Beamten Gleichberechtigung von Erfordernis ist.

 

kleinbuergerin

Dabei seit 02.01.09

kleinbuergerin's Avatar

03.03.09 | 01:49

Was mich persönlich an den Ereignissen in den USA so verwirrt und auch stört, ist dieser relativ plötzliche Umschwung.
Gerade in Zeiten in denen es seit längeren wieder einen Demokraten als President gibt, macht diese Meinungsänderung der Bevölkerung keinen wirklichen Sinn.
Ich könnte mir vorstellen, dass, auch wenn es erstmal weither geholt klingt, die starke Verunsicherung der Bevölkerung ( z.B. durch Wirtschaftskrise, gescheiterete Kriege, offentsichtlich schlechter werdenedes Imge in anderen Ländern) dazu führt, dass sich die Allgemeinheit wieder an "guten alten Werten" orientiert. Das ist natürlich nur eine Vermutung, weißt du genaueres dazu?

Zu den Zuständen in Deutschland kann ich überhaupt nichts sagen. Da es für mich persönlich noch keine Rolle spielt bzw. aus heutiger Sicht nie eine spielen wird. Ich halte die Ehe im generellen für ein veraltetes Relikt und somit für überflüßig. Meiner Meinung nach ist unsere Gesellschaft viel zu frei und individualistisch als das eine Ehe noch essentielle ist.
Meinungen dazu? Bzw. Hast du zu deinen Thesen genaue Fakten oder Quellen würde mir das gerne mal ansehen.

 

Isabelle

Dabei seit 14.09.08

Isabelle's Avatar

05.03.09 | 00:02

Ich gebe dir recht damit dass es in Zeiten schwieriger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse dazu kommt dass Minderheiten weniger tolleriert werden.
Dazu gibt es sogar Statistiken, die belegen, dass die Akzeptanz von Homosexualität sich proportional zur wirtschaftlichen Stimmung verhält.
Das traurige ist ja das an genau dem Tag den dem der erste schwarze präsident der USA gewählt wurde eben dieser Tag war an dem auch Propostion 8 ihren großen Siegeszug hatte, am 04. November. Noch dazu ist es leider so, dass der Großteil der Menschen der eben für diese gestimmt hat in der afroamerikanischen Bevölkerung angesiedelt ist, wo man doch gerade von diesen nach ihrem langen Kampf für Gleichberechtigung Solidarität erwarten dürfte.

Zu den Verhältnissen in Deutschland kann ich dir nur sagen dass die gesetzliche Lebenspartnerschaft im Lebenspartnerschaftsgesetz, einem Ergänzungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist.
Die Hetero-Ehe ist im Grundgesetz in Artikel 6 besonders geschützt ist.
Aus eben diesem Artikel 6 begründet sich auch die Verfassungsmäßige Gerechtfertigung der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstellung von Heteroehen.
So ist etwa im Einkommensteuergesetz in den Paragraphen 26 ff. nur die Heteroehe für eine Zusammenveranlagung vorgesehen. Und eben deshalb können auch nur diese den Splittingtarif nach § 32a EStG in Anspruch nehmen.
Ebensolche Regelungen finden sich an den betreffenden Stellen in den jeweiligen Sozialgestzbüchern und in den Gesetzen die die Beamtenvergütungen betreffen.

Zu dem Urteil des europäischen Gerichtshofens muss man leider sagen, dass die Klage eines Schwulen, der Hinterbliebenenbezüge von seinem verstorbenen beamteten Lebenspartner forderte zwar vor dem EuGH recht bekam und diese Ungleichbehandlung als Verstoß gegen die Gleichbehandlung ansah, allerdings den deutschen Gerichten die Entscheidung diesbezüglich überließ.
Leider sah das Bundesverfassungsgericht hierin keinen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz.

All das kannst du in den jeweilgen Gesetzesblättern und den entsprechenden Urteilen nachlesen.

Es ist unbestritten dass die Ehe eine veraltete ausgehöhlte Instituition ist und meiner Meinung nach auch nicht erstrebenswert, auch aus dem Grunde, dass es wie ein billiger Abklatsch der Heteroehe daher kommt den die Heterosexuellen größzügig den Homosexuellen eingeräumt haben. Trotzdem bleibt es eine diskriminierende Ungleichbehandlung für deren Ausräumung man kämpfen sollte.

 

kleinbuergerin

Dabei seit 02.01.09

kleinbuergerin's Avatar

07.03.09 | 00:05

Du weißt eindeutig weit mehr als ich!!!

 

Isabelle

Dabei seit 14.09.08

Isabelle's Avatar

09.03.09 | 00:26

Naja. Das sollte jetzt niemanden davon abhalten seine Meinung hier zu posten.

 

Fin

Dabei seit 06.04.08

Fin's Avatar

27.05.09 | 21:59

Ich finde die Steuerlichen verteile für Leute die monogame Beziehungen führen total blödsinnig. Was hat den der Staat davon. In Zeiten vor Pille und Kondomen, wo Regelmäßiger heterosexueller Sex automatisch zu Kinder geführt hat mag das Sinnvoll gewesen sein. Kinder groß zu Ziehen ist eine Leistung für die Geselschaft. Leute die Kinder haben sollten steuervorteile haben. Aber warum man Millionen von Kinderlosen, Doppelverdinern Steuererleichterungen geben soll, egal ob homo oder hetro, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

 

Isabelle

Dabei seit 14.09.08

Isabelle's Avatar

03.07.09 | 19:46

Naja das deutsche Steuerrecht richtet sich ja nach der subjektiven Leistungsfähigkeit. Und an sich hat man wenn man Doppelverdiener ist und etwa gleich viel verdient auch keinerlei steuerlichen Vorteile. Diese stellen sich lediglich ein wenn ein Partner ca. 20% weniger verdient als der andere. Ausserdem dient diese Steuerliche Begünstigung an sich der Begünstigung des klassischen "Ideals" der Ehe. Ergo ein Alleinverdiener der eine potentielle Familie ernähren muss zahlt folglich erheblich weniger Steuern, da diese Modelle als Stützpfeiler der Gesellschaft angesehen werden. Warum allerdings diese Rollenverteilung bei einem Homosexuellen Paar mit Kinder nicht anerkannt wird leuchtet nicht ein. Abgesehen davon dass es mal dahingestellt sei dass diese "klassischen Ehen" total ausgehöhlte Institutionen sind die heute ja praktisch gesellschaftlich nicht mehr praktikabel sind. Zudem haben Bürger mit Kinder so oder so steuerliche Vorteile egal in welcher Beziehung sie leben oder nicht. Dies wird über den Kinderfreibetrag bzw. das Kindergeld geregelt sowie über die steuerliche Begünstigung von Kinderbetreuungskosten die als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden können.

 

Jojogirl

Dabei seit 26.03.10

Jojogirl's Avatar

19.05.10 | 15:21

Das verwirrt total,die ändern ihre Gesetzte auch jeden Tag verwirrt