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gorizi.de
Bundesweites Portal für junge Lesben

Grußwort von Anke Schäfer!

Hallo Gorizis,

Als Grußwort schicke ich Euch ein paar Gedanken, die ich mir zu meiner Ernennung als Schirmfrau von gorizi.de gemacht habe.

Anfang der 70er wurde ich in einer Diskussion zum ersten Mal gefragt ob ich Feministin wäre. Damals hatte ich bei Jill Johnsons „Lesbian Nation“ gelesen, dass Feministinnen automatisch auch Lesben seien. Daran glaubte auch ich.

Schirmfrau zu sein, hat ja auch etwas mit Vorbild sein zu tun. Ich weiß nicht was ich tun soll, um Vorbild zu sein. Ich weiß auch nicht, ob und wie ich Vorbild geworden bin. Erstmals wurde ich mit diesem Anspruch konfrontiert, als ich das Bundesverdienstkreuz bekommen sollte. Damals habe ich mich gefragt, was ich nur falsch gemacht hätte, denn ich wollte keine solche Auszeichnung haben. Ich nahm sie doch an, weil viele Frauen mir dazu rieten und ich wusste, dass nur wenige offensive Lesben dafür vorgeschlagen wurden.

Als ich jung war, hätte ich gerne Vorbilder gehabt. In meiner Berliner Kindheit gab es keine. Ich wollte schon immer so leben, wie ich heute lebe: In einem kleinen ruhigen Dorf, in dem sich alle kennen und in dem es nicht so stinkt, wie in der Stadt.

Eine Lehrerin meiner Tochter war vielleicht ein Vorbild für mich, sie wollte in keinen bestehenden Verein und in keine politische Partei.

Was kann ich also tun um als Schirmfrau für Gorizis Vorbild zu sein? Vielleicht das Wesentlichste, dass sich aus meinem Leben schlussfolgern lässt: In der Frauenbewegung offensiv für eine frauenfreundliche Gesellschaft zu kämpfen, dafür mit anderen Lesben zu Leben, in die Öffentlichkeit zu gehen und lesbenpolitisch zu denken.

Viel Glück!
Anke Schäfer

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