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CSD- Riesen Party oder Polit-Demo?

Um den 28. Juni feiern Lesben und Schwule in fast allen größeren Städten rund um den Globus den CSD (Christopher Street Day). Allein in Berlin fand er dieses Jahr zum 30. Mal statt und gehört neben der Loveparade zu den größten Touristenattraktionen der Hauptstadt.

Doch was hat es mit dem CSD eigentlich auf sich? Grundsätzlich wird an diesem Tag für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben Bi- und Transsexuellen demonstriert. Parallel soll an den ersten, bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen erinnert werden.

Historische Wurzel

Das war 1969 in New York, genauer in der Christopher Street, im Stadtteil Greenwich Village. Immer wieder führte die Polizei im New Yorker schwul-lesbischen „Milieu“ diskriminierende und teils gewalttätige Razzien durch. So auch am 28. Juni 1969. Damals war die Stonewall-Bar ein bekannter Treffpunkt für Lesben und Schwule. Wie so oft stürmte die Polizei in den frühen Morgenstunden das Lokal, kontrollierte die Ausweise und drängte die Gäste auf die Straße. Doch dieses Mal ließen sich die rund 200 Lesben und Schwule nicht vertreiben. Immer mehr versammelten sich auf der Christopher Street, um ihrem Frust Luft über die Polizeiwillkür zu verschaffen. Damit hatte die Polizei nicht gerechnet. Hatten Lesben und Schwule es doch sonst immer vorgezogen, anonym zu bleiben. Die Polizei zog ab, doch in den darauf folgenden Tagen kam es immer wieder zu Straßenschlachten zwischen ihr und den Homosexuellen und Transidenten.

Das erste Mal in Deutschland

Die erste Demonstration für die Rechte von Lesben und Schwulen in Deutschland fand im Jahr 1972 statt und das sogar im erzkatholischen Münster. Sieben Jahre später entstand dann die erste CSD-Parade (unter der Bezeichnung) in Berlin und Bremen. Heute gibt es in fast jeder größeren Stadt in Deutschland einen CSD, die bekanntesten sind in Köln und Berlin.

Nur Politik?

Der CSD ist inzwischen aber weit mehr als eine rein politische Aktion. Neben Vorträgen, Lesungen, Diskussionsrunden und Abschlusskundgebungen, wird meistens rund um das Fest ein vielseitiges kulturelles Angebot mit Partys und anderen Spaßveranstaltungen angeboten. Dadurch ist der CSD mehr und mehr zu einer Massenveranstaltung gewachsen. Allein im Jahr 2002 lockte der CSD in Köln mit einer Millionen Zuschauer und Teilnehmer mehr Menschen in die Stadt, als zum Rosenmontagsumzug. Das spornt wiederum die Städte und Sponsoren dazu an, den CSD als Event zu vermarkten, was bei vielen Lesben und Schwulen auf Unmut stößt. Sind wir doch das ganze Jahr lang homosexuell und wollen nicht wie der Karneval einmal im Jahr als alternative Show die Kassen von Konzernen und das Fernsehprogramm füllen.

Zukunft

Der CSD gilt nach wie vor als eine Demonstration mit politischem Anspruch und wird von unterschiedlichen Organisationen oder einzelnen Personen häufig ehrenamtlich oder durch verschiedene Vereine organisiert. Und Gründe sich auch weiterhin mit der auf politischer Ebene mit dem CSD auseinanderzusetzen gibt es genug. Gibt es doch immer noch juristische Missstände bei der Gleichberechtigung von der Homo-Ehe gegenüber der von Heteros. Und nicht nur in der Politik sondern auch in der Gesellschaft fehlt vielfach die Achtung und Wertschätzung gegenüber alternativen Familienmodellen.

Polit-Demo oder riesen Party?

Da wir als Lesben und Schwule an unserem Feiertag aber vorrangig zeigen wollen, dass wir stolz und glücklich sind homosexuell zu sein, darf auch der Spaß nicht fehlen. Und so bietet der CSD beides: Eine Polit-Demo und eine riesige Party.

Herzlich Willkommen Jessica! Jessica ist eine unserer neuen Moderatorinnen und wird sich in Zukunft vor allem über Artikel zu den ernsten, lustigen, schwierigen und einfachen Seiten unserer Leben kümmern. Wenn Du Anregungen oder brennende Fragen habt, die Jessica beantworten soll, kannst Du ihr einfach eine Nachricht schicken!

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