Artikel aus der Gorizi-Onlineredaktion
Jeder, der sich selbst schon geoutet hat, weiss wie schwer das sein kann. Quälende Fragen wie: Werden sie mich auch weiterhin akzeptieren? oder Wie sage ich es meinen Eltern? machen das Ganze nicht einfach. Aber wie ist das bei den Eltern? Auch sie durchleben eine Art von Coming Out. Wenn Kinder auf ihre Eltern zukommen mit den Worten: Ich muss mal mit Euch reden!, dann ist das Ergebnis dieses Gespräches meistens ein Schock für die Eltern. Denn diese rechnen nicht damit, dass ihr Sohn oder ihre Tochter sagen: Hey, ich bin homosexuell. Nun gibt es zwei Möglichkeiten wie die Eltern reagieren können.
1. Respektvoll / Liebevoll Besteht zwischen Eltern und Kind eine gute Beziehung, können sie über alles offen reden, werden die Eltern weniger Probleme mit dem Coming Out ihres Kindes haben. Das Kind wir so angenommen wie es ist und unterstützt. Doch wie sieht das Ganze in der Öffentlichkeit aus? Stellen sich die Eltern hinter ihr Kind? Ja, denn ihr Kind ist den Eltern wichtig. Das Kind soll mit Rückhalt der Eltern erwachsen werden, ganz unabhängig von seiner sexuellen Orientierung. Auch wenn die Eltern in ihrem Freundeskreis auf "Mauern" stoßen, so halten sie doch meistens Stand und "beschützen" ihr Kind. Natürlich kann es auch vorkommen, dass trotz der guten Beziehung zueinander die Eltern mit dem Coming - Out nach Draußen (aus der Familie raus) ein Problem haben. Auch sie beschäftigen sich dann mit den Fragen: Wie reagieren unsere Freunde darauf? Was sagen die Nachbarn dazu? etc. Hier brauchen die Eltern einfach Zeit. Zeit um den Schritt zu tun, auch offen mit den Freunden darüber zu sprechen. Was aber wenn Fall 2 eintritt?
2. Verständnislosigkeit Der Schock bei den Eltern wird Fragen aufwerfen wie: Geht das wieder weg? oder Kind das ist nicht dein Ernst oder doch? Auch Äußerungen wie: Das ist nur eine Phase! oder Kind komm wir gehen zum Arzt! sind Möglich. Beides ist äußert schmerzhaft und verletzend für das Kind. Jedoch nicht gewollt und mit voller Absicht. Die Eltern sind verwirrt und wissen nicht wie sie mit der Tatsache umgehen sollen. In den Augen des Kindes reagieren sie verständnislos und evtl. sogar mit Abneigung. Aber bei den Eltern ist das der erste Schutzmechanismus.
Die Eltern müssen für sich akzeptieren, dass ihr Kind homosexuell ist. Sie müssen begreifen, dass das weder eine Krankheit ist noch etwas schlechtes. Langsam beginnen die Eltern ihr Kind neu zu akzeptieren und zwar so wie es ist. Dieser Prozess kann Tage, Wochen oder gar Monate dauern. Wenn die Eltern diesen Schritt getan haben, wenn sie wieder ganz ungezwungen mit ihren Kindern umgehen können, kommt das Outing in der Öffentlichkeit. Ein weiterer Schritt, der den Eltern schwer fällt. (Kommt auf verschiedene Aspekte an. Mal mehr mal weniger schwer)
Leben die Eltern in einer Gemeinde, in der sich jeder kennt, haben auch hier die Eltern Angst davor was die Anderen wohl denken mögen. Das gesamte Familienbild ändert sich gegenüber den Nachbarn und Freunden. Dies kann auch in einer Großstadt der Fall sein, wenn es sich um die besten Freunde der Eltern handelt.(Siehe auch bei 1. Respektvoll)
Was aber wenn sich die Eltern gar nicht daran gewöhnen können, dass ihr Kind homosexuell ist? Wenn die Vorurteile so groß sind, dass sie über das Verständnis zum Kind siegen? Eine solche Situation ist bitter. Denn sie führt entweder zur Familienspaltung, da das Kind seine sexuelle Orientierung ausleben will, oder dazu, dass das Kind zurück steckt aus Liebe zu den Eltern. Bedeutet dann nichts anderes als sich zu verstecken und dann doch heterosexuell zu Leben. In diesem Fall tritt dann auch kein Coming - Out der Eltern ein.
Ihr seht also, nicht nur euch fällt das Coming - Out schwer. Auch die Eltern haben es nicht leicht. Aber mit gegenseitiger Unterstützung ist alles zu schaffen. <sms>
Zurück zur Artikelbörse!















